Mittwoch, 29. August 2007

Brockentour August 2007

Am Sonntag dem 26.08.2007 war es mal wieder soweit. Wir machten uns morgens um 7:30 auf den Weg nach Ilsenburg in den Harz, um mal wieder mit dem Mountainbike den Brocken zu erklimmen. Eine Besonderheit gibt es zu vermelden... wir waren diesmal anstatt zu Viert zu Elft inklusive Katharina und Betty... also zweier Mädels.

Gegen 10:00 Uhr begannen wir am Parkplatz Ilsetal in etwa 267 m ü. NN unsere Tour auf unserer altbekannten Route. 24 km bis zum Gipfel lagen vor uns. Zunächst fuhren wir über den Buchberg und Meineberg zum Kruzifix. Diese Route hat den Vorteil nach einem ca. 3 km steilem Anstieg gleich eine gute Höhe erreicht zu haben. Wenn man noch frisch ist meistert man diesen Anstieg leichter als über das elendig lange Ilsetal und dem anschließenden großen Sandtal mit einer permanenten leichten Steigung bis zum Kruzifix zu fahren. Nach den ersten 3 km hat man dann bis zum Kruzifix nur noch leichte Anstiege zu überwinden und sogar einige leichte Abfahrten dabei.
Vom Kruzifix aus ging es dann auf dem ehemaligen Grenzkolonnenweg weiter bis zum malerischen Eckerstausee. Leider haben wir es dieses mal auf Grund eines falschen Abbiegens von mir verpasst, an der malerischen Schutzhütte oberhalb des Eckerstausees zu rasten. Dafür haben wir allerdings ca. 500 m Weg abgekürzt! :-)

Wir fuhren mit unseren Bikes über zahlreiche Baumwurzeln bis zur Staumauer. Dort legten wir dann unsere wohlverdiente Pause ein und genossen den Blick über den Eckerstausee bis zum Brocken.

Bis zur Wende 1989 ging die Grenze zwischen der DDR und der BRD mitten durch den Stausee. Noch heute zeugt ein Grenzstein mitten auf der Staumauer vom ehemaligen Grenzverlauf. Von der Westseite konnte man bis direkt an diesen Grenzstein wandern. Von der Ostseite natürlich nicht... war ja alles Sperrgebiet. Überhaupt verlief unsere bisherige Tour komplett durch ein Gebiet was zu DDR-Zeiten nicht zugänglich war.
Nach unserer Pause mit vielen Bananen, Powerriegeln und Energygetränken setzten wir unsere Tour am Westufer des Eckerstausees auf einem schmalen idyllischen Trail mit kleinen up- und downhills fort. Dieser Weg gehört zu meinen persönlichen Lieblingstrails. Zum einen wegen der grandiosen Aussicht und zum anderen weil es ein anspruchsvoll zu fahrender Trail ist. Da macht das Mountainbiken doch viel mehr Spaß als auf normalen Wegen.Am Ende des Stausees fuhren wir diesen Trail entlang der Ecker, die den Stausee mit ihrem Wasser speist, weiter. An einem unscheinbaren Abzweig nach rechts, bogen wir dann in Richtung Skidenkmal ab. Bis dahin mussten wir unsere Räder allerdings über Stock und Stein tragen, da dieser Weg nicht wirklich befahrbar ist.

Am Skidenkmal machten wir unsere nächste Rast. Von dort aus ging es dann einen gut ausgebauten Wanderweg zunächst einmal in Richtung Torfhaus bevor wir etwa 2 km vor dem Torfhaus auf den Kaiserweg abbogen und nun Kurs auf den Brocken nahmen. Zwichendurch hielten wir immer mal wieder an, um uns zu sammeln. Schließlich hat jeder seinen eigenen Rythmus und sein eignes Tempo.
Am Eckersprung machten wir dann unsere letzte längere Rast vor dem Gipfelsturm.

Frisch gestärkt wagte sich dann jeder an eines der schwersten Streckenabschnitte der Tour. Es geht auf ca. 600 m, einen auf Grund diverser Längsrillen schwer zu befahrenden ehemaligen Grenzkolonnenweg, sehr steil bergauf bis zu den Bahnschienen der Brockenbahn. Diese Stelle wird meines Wissens nach auch "Alter Kaisberbahnhof" genannt. Es ist jedes mal eine Herausforderung diesen Anstieg zu bewältigen und man kämpft das erste mal heftig gegen den inneren Schweinehund. Viele von uns haben es vorgezogen dann doch lieber zu schieben. Sicherlich auch in dem Bewusstsein, dass uns ja noch ein letzter steiler Anstieg erwarten würde.

Vom "Alten Kaiserbahnhof" ging es dann parallel zu den Bahnschienen über diverse Holzbrücken, -treppen und -stege recht flach ohne größere Steigungen durchs Brockenmoor in Richtung Brockenchaussee.

Dort angekommen lag er vor uns... der letzte ca. 1,5 km lange extrem schwierige Anstieg auf der Brockenchaussee. Es geht auf asphaltiertem Untergrund über mehrere steile Rampen bis zum Gipfel. Dies ist die zweite extreme Herausfordrung für uns Flachlandgelegenheitsbiker. Aber auch dieses Teilstück wurde durch die meisten von uns ohne Absteigen bewältigt. Es ist doch immer wieder ein schönes Gefühl am Gipfel anzukommen in dem Bewusstsein, man hat die Strecke geschafft ohne zu schieben (bis auf die Stellen wo fahren unmöglich ist).

Nun waren wir also nach 4,5 h Fahrzeit in einer Höhe von 1.141 m ü. NN auf dem Gipfel des Brockens angekommen.

Wir zogen uns in einer windgeschützten Ecke trockene und warme Klamotten an und aßen hinter dem Brockenbahnhof Pommes oder Erbsensuppe. Es war recht windig und kühl auf dem Gipfel. Nicht unsonst ist der Brockengipfel der stürmischste Punkt Deutschlands.
Nach ca. 20 min setzen wir unsere Helme und Brillen auf und begannen unsere rasante Abfahrt.Wir fuhren ca. 3 km auf der Brockenchaussee bergab bis zum "Eisernen Handweiser". Dort besprachen wir kurz wie wir denn weiterfahren wollen. Ich persönlich hätte ja lieber noch ein paar sehenswerte Ziele wie die Sonnenklippen oder den Ilsestein angefahren, da man sich vom höchsten Punkt des Harzes ja ganz leicht dort hin rollen lassen kann. Aber die Adrenalinjunkies unter uns wollten nur möglichst steil, gefährlich und schnell die Abfahrt hinunter ins Tal. Also fuhren wir auf dem kürzesten Weg vorbei an den Ilsefällen in ca. 15 Minuten zurück ins Ilsetal.

Einige haben wohl auch einen persönlichen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt... naja ich hab dazu meine eigene Meinung. Ich muss nicht mit meinem Leben spielen... und gehe da lieber auf Nummer sicher. 50 km/h sind auch eine gute Geschwindigkeit und man hat ne Menge Spaß an der Abfahrt. Einige Stürze, von Leuten die meinten wie immer alles unter Kontrolle zu haben, gab es auch... exakt 3 an der Zahl. Glüklicherweise ist nichts weiter passiert. Aber ob man immer so ein Glück hat? Wie heißt es doch so schön "Fahre nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann" :-)

Sei es drumm. Wieder am Parkplatz im Ilsetal angekommen, luden wir die Bikes auf das Dach meines Autos und machten uns auf den Heimweg. Gegen 20 Uhr war ich dann wieder zu Hause und lag wenig später, nachdem ich allen wichtigen Menschen Bescheid gesagt habe, dass ich wieder heil zu Hause angekommen bin, auch hundemüde in meinem Bettchen.

Dieses Jahr werden wir wohl leider nicht noch einmal auf den Brocken fahren... zumindest nicht mit dem Bike. Aber auf die Touren im nächsten Jahr freue ich mich schon jetzt.

1 Kommentare:

Krecki hat gesagt…

Sehr ausführlicher Bericht, ich werde mal in meinem Blog auf deinen Text verweisen, da ich die genauen Stellen wo wir waren nicht mit Namen kenne