Gegen 10:00 Uhr begannen wir am Parkplatz Ilsetal in etwa 267 m ü. NN unsere Tour auf unserer altbekannten Route. 24 km bis zum Gipfel lagen vor uns. Zunächst fuhren wir über den Buchberg und Meineberg zum Kruzifix. Diese Route hat den Vorteil nach einem ca. 3 km steilem Anstieg gleich eine gute Höhe erreicht zu haben. Wenn man noch frisch ist meistert man diesen Anstieg leichter als über das elendig lange Ilsetal und dem anschließenden großen Sandtal mit einer permanenten leichten Steigung bis zum Kruzifix zu fahren. Nach den ersten 3 km hat man dann bis zum Kruzifix nur noch leichte Anstiege zu überwinden und sogar einige leichte Abfahrten dabei.
Wir fuhren mit unseren Bikes über zahlreiche Baumwurzeln bis zur Staumauer. Dort legten wir dann unsere wohlverdiente Pause ein und genossen den Blick über den Eckerstausee bis zum Brocken.
Bis zur Wende 1989 ging die Grenze zwischen der DDR und der BRD mitten durch den Stausee. Noch heute zeugt ein Grenzstein mitten auf der Staumauer vom ehemaligen Grenzverlauf. Von der Westseite konnte man bis direkt an diesen Grenzstein wandern. Von der Ostseite natürlich nicht... war ja alles Sperrgebiet. Überhaupt verlief unsere bisherige Tour komplett durch ein Gebiet was zu DDR-Zeiten nicht zugänglich war.
Am Skidenkmal machten wir unsere nächste Rast. Von dort aus ging es dann einen gut ausgebauten Wanderweg zunächst einmal in Richtung Torfhaus bevor wir etwa 2 km vor dem Torfhaus auf den Kaiserweg abbogen und nun Kurs auf den Brocken nahmen. Zwichendurch hielten wir immer mal wieder an, um uns zu sammeln. Schließlich hat jeder seinen eigenen Rythmus und sein eignes Tempo.
Frisch gestärkt wagte sich dann jeder an eines der schwersten Streckenabschnitte der Tour. Es geht auf ca. 600 m, einen auf Grund diverser Längsrillen schwer zu befahrenden ehemaligen Grenzkolonnenweg, sehr steil bergauf bis zu den Bahnschienen der Brockenbahn. Diese Stelle wird meines Wissens nach auch "Alter Kaisberbahnhof" genannt. Es ist jedes mal eine Herausforderung diesen Anstieg zu bewältigen und man kämpft das erste mal heftig gegen den inneren Schweinehund. Viele von uns haben es vorgezogen dann doch lieber zu schieben. Sicherlich auch in dem Bewusstsein, dass uns ja noch ein letzter steiler Anstieg erwarten würde.
Vom "Alten Kaiserbahnhof" ging es dann parallel zu den Bahnschienen über diverse Holzbrücken, -treppen und -stege recht flach ohne größere Steigungen durchs Brockenmoor in Richtung Brockenchaussee.
Dort angekommen lag er vor uns... der letzte ca. 1,5 km lange extrem schwierige Anstieg auf der Brockenchaussee. Es geht auf asphaltiertem Untergrund über mehrere steile Rampen bis zum Gipfel. Dies ist die zweite extreme Herausfordrung für uns Flachlandgelegenheitsbiker. Aber auch dieses Teilstück wurde durch die meisten von uns ohne Absteigen bewältigt. Es ist doch immer wieder ein schönes Gefühl am Gipfel anzukommen in dem Bewusstsein, man hat die Strecke geschafft ohne zu schieben (bis auf die Stellen wo fahren unmöglich ist).
Nun waren wir also nach 4,5 h Fahrzeit in einer Höhe von 1.141 m ü. NN auf dem Gipfel des Brockens angekommen.
Wir zogen uns in einer windgeschützten Ecke trockene und warme Klamotten an und aßen hinter dem Brockenbahnhof Pommes oder Erbsensuppe. Es war recht windig und kühl auf dem Gipfel. Nicht unsonst ist der Brockengipfel der stürmischste Punkt Deutschlands.
Einige haben wohl auch einen persönlichen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt... naja ich hab dazu meine eigene Meinung. Ich muss nicht mit meinem Leben spielen... und gehe da lieber auf Nummer sicher. 50 km/h sind auch eine gute Geschwindigkeit und man hat ne Menge Spaß an der Abfahrt. Einige Stürze, von Leuten die meinten wie immer alles unter Kontrolle zu haben, gab es auch... exakt 3 an der Zahl. Glüklicherweise ist nichts weiter passiert. Aber ob man immer so ein Glück hat? Wie heißt es doch so schön "Fahre nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann" :-)
Sei es drumm. Wieder am Parkplatz im Ilsetal angekommen, luden wir die Bikes auf das Dach meines Autos und machten uns auf den Heimweg. Gegen 20 Uhr war ich dann wieder zu Hause und lag wenig später, nachdem ich allen wichtigen Menschen Bescheid gesagt habe, dass ich wieder heil zu Hause angekommen bin, auch hundemüde in meinem Bettchen.
Dieses Jahr werden wir wohl leider nicht noch einmal auf den Brocken fahren... zumindest nicht mit dem Bike. Aber auf die Touren im nächsten Jahr freue ich mich schon jetzt.
1 Kommentare:
Sehr ausführlicher Bericht, ich werde mal in meinem Blog auf deinen Text verweisen, da ich die genauen Stellen wo wir waren nicht mit Namen kenne
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