Start bei Sonnenschein und 18 Grad

Gestern ging ich wieder einer sehr großen Leidenschaft von mir nach. Ich fuhr mit meinem Cousin Martin wieder auf meinen absoluten Lieblingsberg, den Brocken im Harz. Wir starteten im Tal in Ilsenburg bei strahlendem Sonnenschein und bester Sicht auf den Brocken. Angesichts der schlechten Wetterprognosen entschieden wir uns jedoch den kürzesten Weg zu nehmen. Dies bedeutete allerdings auch den steilsten und am schwierigsten zu fahrenden Weg mit wenigen landschaftlichen Höhepunkten. Aber diese behielten wir uns für die Abfahrt vor, da man beim hinunterfahren ja ziemlich zügig und somit flexibel in Bezug auf das Wetter ist. Die steilen Anstiege sind allerdings eine Sache für sich. Am besten bewältigt man diese erfahrungsgemäß wenn man dem inneren Schweinehund keine Chance gibt indem man z.B. an etwas trauriges denkt oder an etwas was einen wütend macht. Das lenkt ab und setzt zusätzliche Kräfte frei. Dennoch blieb es gerade bei der gewählten Streckenführung nicht aus, dass wir auch einige Stücke die Räder schieben mussten. Hinauf sind wir an der Ilsefälle gefahren. Dieser Ort heißt so weil sich dort die Ilse über viele Felsen wild fließend den Weg ins Tal sucht. Schon Heinrich Heine ließ sich aufgrund der Schönheit dieses Ortes während seiner "Harzreise" 1824 zu einem Gedicht über die Ilse hinreißen. Das war auch schon der landschaftlich schönste Teil unseres Aufstieges zum Brocken. Oberhalb der Ilsefälle ging es über einen steilen, schmalen Pfad bis zu "Stempels Buche", einer Rasthütte. Von dort eine Schotterpiste entlang bis zum mit nervenden Lochplatten ausgelegten Kolonnenweg der ehemaligen Grenzbefestigung. Dieser führte uns dann über teilweise sehr steile Rampen bis hinauf zum Brocken. Mittlerweile ist auch wie befürchtet das Wetter komplett umgeschlagen. Es nieselte, wurde kalt und der Brockengipfel lag ab ca. 100m unterhalb des Gipfels von nun an komplett in den Wolken. Dementsprechend kalt war es mit ca. 5 Grad oben auch. Wir hielten uns auch gar nicht lange auf, aßen kurz etwas, zogen uns lange Klamotten an und setzten unsere Helme für die Abfahrt auf. Dann ging es die Brockenstraße hinab, was auf Grund der vielen Pfingsttouristen nicht ganz so einfach war. Aber bald bogen wir in den Wald ab und waren wieder für uns alleine. Unsere Abfahrt legten wir so, dass wir einen Halt an den Zeterklippen (ein sehr anspruchsvoller Pfad über Stock und Stein aber macht viel Spaß zu fahren) und am Scharfenstein einlegten. Der Aufstieg zum Scharfenstein dauert ca. 15 Minuten aber entschädigt mit einem grandiosen Ausblick über Harz und Eckertalsperre bis hin zum Brocken, insofern dieser nicht noch in den Wolken verborgen gewesen wäre. Das Ufer der Talsperre nahmen wir noch mit, bevor wir rasant durch das Sandtal und das Ilsetal wieder gen Ilsenburg düsten.
Hier ein paar Bilder unserer Tour:

An der malerischen Ilsefälle




Martin fährt voraus

Das Ziel immer vor Augen

Der steile, löchrige Kolonnenweg lässt sich am schwierigsten fahren

Mitten in den Wolken - der Brockengipfel

Auf den Zeterklippen

Blick von den Zeterklippen

Track hinab von den Zeterklippen

Aufstieg zum Scharfenstein

Blick vom Scharfenstein zur Eckertalsperre

sattes Grün überall
Romantischer Ort - die Ruine eines alten Forsthauses auf einer Wiese mit einem beeindruckenden Laubbaum inmitten das Fichtenwaldes

Am Ufer der Eckertalsperre

Als Besonderheit habe ich dieses mal auch einige kurze Filmchen aufgenommen, seht selbst:
An der Ilsefälle
Blick vom Scharfenstein über den Harz und zur Eckertalsperre
Blick vom Ufer der Eckertalsperre
Ich bei der Abfahrt (im Bilde ab Sec. 20 des Videos)
Mitfahrt auf einer weniger steilen Abfahrt
die letzten paar Meter über den Marktplatz in Ilsenburg
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen