Samstag, 13. Juni 2009

Körperwelten und Checkpoint Charlie Museum

Da wir Urlaub haben, fuhren wir gestern nach Berlin, um uns die Ausstellung Körperwelten anzuschauen. Um ein mögliches langes Anstellen beim Einlass zu vermeiden, habe ich die Karten für den Einlass um 11:00 Uhr bereits am Vorabend online gekauft und per "print@home" ausgedruckt. So war gewährleistet, dass man nicht anstehen braucht. Allerdings war es am Einlass ohnehin nicht so voll aber das konnte man ja vorher nicht wissen. Ein Ticket kostetete im Vorverkauf 18,45 €. Am Anfang der Ausstellung, wo die Entwicklung des ungeborenen Lebens vom Embryo an in den unterschiedlichen Schwangerschaftswochen ahnhand von Plastinaten dargestellt wurde, staute es sich etwas. Die Leute verliefen sich dann doch aber recht schnell. An jedem Exponat waren Nummern angebracht und man konnte sich mit dem geliehenen Hörgerät (4,50 €) zusätzliche Informationen einholen, was teilweise auch recht interessant war. Fotos waren in der Ausstellung leider verboten, sodass ich hier auch leider keine veröffentlichen kann. Neben einzelnen Organen und Körperteilen waren die Ganzkörperplastiante doch am Interessantesten. Diese waren jeweils in bestimmten Situationen dargestellt z.B. ein Seemann am Steuerrad, wo der Muskeleinsatz gut zu sehen war; ein geteilter Mensch, wo ein tiefer Einblick in das Innere des Körpers möglich war; ein Hochspringer, ein turnendes Paar und jemand der über einen Zaun springt. Highlights waren auch ein plastinierter Gorilla, und ein Rentierschlitten mit ebenfalls plastinieren Rentieren. Der Höhepunkt war wohl allerdings die vielfach in den Medien heißdiskutierte Darstellung des Geschlechtsaktes zwischen Mann und Frau als schwebender Akt. Dieses Plastinat war in einem extra Raum ausgestellt, wo der Zutritt erst ab 16 Jahren gestattet war. Warum das so ist hat sich mir nicht ganz erschlossen, weil ich da nun nichts besonderes dran gefunden habe und diese Plastinate auch nicht anders aussahen als die außerhalb dieses Raumes. Also wieder viel Wind um nichts, was für die Ausstellung sicherlich jedoch gute Werbung war. Interessant fand ich die Aussage bei den Plastianten von Herz und Atmungsorganen, dass das Herzinfarktrisiko bei einem Menschen der 5 jahre aufgehört hat mit Rauchen wieder so hoch ist wie bei einem Nichtraucher. Das würde ja bedeuten man raucht 30 Jahre seines Lebens, hört dann auf und nach 5 Jahren ist alles wieder gut. Schwer vorstellbar wenn die Organe 30 Jahre lang zugequalmt wurden. Und die ausgestellte Raucherlunge sah auch nicht sehr gesund aus.
Alles in allem war die Ausstellung recht interessant, hat mich jetzt aber auch nicht sonderlich vom Hocker gerissen. Für den Biologieunterricht von Schulklassen wäre ein Besuch allerdings sehr bereichernd denke ich. Man sollte bei einem Besuch mindestens 2 Stunden Zeit einplanen.

Anschließend wollten wir noch zu Madame Tussauds, da wir vom ADAC Gutscheine haben wo 2 Personen zum Preis von einer Eintritt erhalten. Allerdings war es uns dort zu voll und man hätte ca. 45 Minuten warten müssen. So entschlossen wir uns kurzfristig für einen Besuch des Mauermuseums bzw. des Museums am Checkpoint Charlie. Dorte wollte ich schon immer einmal hin. Den ehemaligen alliierten Grenzkontrollposten Checkpoint Charlie erreicht man mit der U6 vom Bhf. Friedrichstraße. Aussteigen kann man am U Bahnhof Kochstraße. Vor dem allierten Kontrollhäuschen, was dort mit entsprechender Beschilderung und der bekannten großen Reklametafel mit dem amerikanischen Soldaten noch erhalten ist, kann man sich mit 2 Typen jeweils in amerikanischer und französischer Uniform fotografieren lassen. Dafür Geld auszugeben ist aber unnötig. Der Eintritt in das Checkpoint Charlie Museum kostete 12,50 €. Allerdings war ich etwas enttäuscht, da sich die Ausstellung größtenteils, bis auf einige Exponate von Fluchtautos und anderen zur Flucht genutzten Möglichkeiten, auf Schautafeln mit vielen Bildern und noch mehr Text in 4 Sprachen befindet und man eigentlich die ganze Zeit nur am lesen ist. Das empfand ich etwas anstrengend, da die Ausstellung auch recht groß ist. In manchen Räumen gab es auch einige alte Dokufilme zu sehen, was für mich eine willkommene Abwechslung zum vielen Lesen war. Im Kinosaal des Museums konnte man sich den Film "Mit dem Wind nach Westen" anschauen, den ich allerdings schon einmal im Fernsehen gesehen habe aber jedem raten kann sich den mal anzuschauen weil er echt interessant ist. Es handelt sich dabei um die tatsachengetreue Flucht zweier Familien mit einem selbstgebastelten Ballon über die Deutsch-Deutsche Grenze wobei der 1. Versuch scheiterte, sie kurz vor der Grenze nieder gingen und somit vor dem 2. Versuch dem Verfolgungsdruck der DDR-Behörden ausgesetzt waren. Als Fazit des Besuches im Checkpoint Charlie Museum kann man festhalten, dass es sehr interessant, die Darstellung mit den unzähligen Schautafeln aber sehr sehr anstrengend ist. Ein paar mehr Exponate oder greifbarere Darstellungsformen wären sicherlich günstiger. Da auch dort das fotografieren verboten war, gibt es nur 2 Fotos von innerhalb des Museums.

Eingang zu Körperwelten im Postbahnhof am Berliner Ostbahnhof.
ehemaliger alliierter Grenzkontrollposten Checkpoint Charlie
die Sandsäcke sind mittlerweile aus Beton gegossen, alles ist sehr auf Tourismus ausgelegt
alter Grenzpfosten und Mauersegment vor dem Museum
Hinweistafel im Museum
Reste des Grenzstreifens vom Checkpoint Charlie auf Asphaltbruchstücken

1 Kommentare:

Gerry hat gesagt…

Na, da hätte man sich fast beim Checkpoint Charlie über den Weg laufen können. Wetter sieht bei Euch ja auch etwas verregnet aus ;-)

LG
Gerry