In der Schule habe ich vor Jahren im Englischunterricht einmal davon gehört, heute kam auf Phoenix eine sehr interessante Dokumentation dazu:
"Krieg der Welten" ist ein Science-Fiction-Roman aus dem Jahre 1898 von H.G. Wells.
In dem Roman greifen Marsianer in dreibeinigen Kampfmaschinen Groß Britanien an, um von hier aus die rohstoff- und wasserreiche Erde zu erobern. Das irdische Militär ist den außerirdischen Invasoren hoffnungslos unterlegen und muss bei der Zerstörung der Städte zusehen. Diesen Roman nahm Orson Welles am 30.10.1039 als Grundlage für eine fiktive Science-Fiction-Hörspiel-Reportage live im Radio. Der Handlungsort wurde dafür von England nach Grover´s Mill (New Jeresey) mitten in die USA verlegt. Im Jahre 1938 hockten die Menschen in den USA gebannt vor dem neuen Medium Radio und lauschten den Rundfunksendungen so wie wir heutzutage Fernseh schauen. Die Ansage des Hörspiels hörten die meisten Hörer allerdings nicht, weil sie noch auf einem anderen Sender eine beliebte Rundfunksendung verfolgten und erst umschalteten als dort ein eher unbeliebter Sänger seine Songs zum Besten gab. So kam es, dass 100.000ende Amerikaner ihren Ohren nicht trauten und auf Grund der Machart des Hörspiels tatsächlich glaubten, dass durch die packend geschilderte Invasion der Marsbewohner ihre letzte Stunde geschlagen hat. Die Dokumentation berichtete darüber, dass die Menschen in Panik auf die Straße rannten, sich mit nassen Tüchern vor dem Gesicht vor den Gasangriffen der Marsianer schützten, in ihren Autos die Städte fluchtartig verließen, besorgt Ausschau nach den über New York angekündigten Flugobjekten hielten und sogar Polizisten einfach nach Hause zu ihren Familien gingen. Als der Sender mitbekam was die ausgestrahlte Sendung auslöste, unterbrachen sie dort das Programm und sendeten natürlich eine Richtigstellung, welche die Menschen auf den Straßen aber mittlerweile nicht mehr hörten. So ging dieses Ereignis in die Geschichte ein und machte Orson Welles berühmt. 1949 wurde in Ecuador übrigens das selbe Hörspiel ausgestrahlt. Dort war die ausgebrochene Panik noch größer als in Amerika. Als die Leute begriffen, dass es nur Fiktion war, brannten sie das Sendergebäude nieder wobei 6 Leute starben.
Heute kann man über die Wirkung von Orson Welles Hörspiel schmunzeln aber es ist doch durchaus auch 70 Jahre danach noch erschreckend, welchen Einfluss und welche Wirkung die Medien auf unser Leben haben. Dies wohl heute in unserer digitalen Welt noch um ein Vielfaches mehr als damals. Die Frage ist, ob Ähnliches heute, im Zeitalter des Internets, auch noch denkbar wäre, beispielsweise wenn von einem fiktiven Atomangriff eines Landes berichtet werden würde oder von einem drohenden Meteoriteneinschlag mitten in Europa.
Ich fand das Ereignis damals jedenfalls sehr interessant und die Story lief mir über all die Jahre immer mal wieder über den Weg. Die heutige Dokumentation nahm ich dann zum Anlass das hier mal zu posten.
Hier noch der Original Trailer zum 1953 verfilmten Roman "Krieg der Welten":
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